Puppen(MIT)macherei – erstes Treffen

Heute ist es soweit. Heute ist das erste Treffen der vielen fleißigen Hände, die in den nächsten Wochen und Monaten eine Puppe nähen werden.

Welche Puppe tragt Ihr in Eurem Herzen?

Ich möchte eine Puppe mit Armen und Beinen machen. Die ein Kind anziehen und ausziehen kann. Das Prinzip ist angelehnt an Waldorf, wenn ich mich recht entsinne. Wenn ich die Augen schließe, sehe ich einen dunkelhäutigen kleinen Jungen vor mir, mit rotem Pulli und Jeanshose. Ich bin mir nicht sicher, ob er eine Mütze haben will. Da lasse ich mich überraschen.

Wie lange schon?

Seit dem ersten Sew along, an dem ich dann leider nicht mitmachen konnte. Vielleicht auch länger, dann habe ich es gekonnt ignoriert.

Ist es Eure erste?

Nein. Ich habe einst zwei Puppen parallel genäht, für meine zwei Mädels. Dann eine für meine Cousine. Das ist viele Jahre her. Danach gabs von mir nur noch kleine Schmusepüppchen.

Verratet Ihr uns für wen Ihr sie machen wollt?

Die Puppe hat noch keine Puppenmama. Ich lasse mich überraschen, wohin es sie ziehen wird.

Woher kommt dieser Wunsch, etwas ganz Besonderes zu machen, für ein Kind oder für sich selbst?

Ich weiß es nicht. In den Dingen, die aus eigener Hände Arbeit entstehen, steckt so viel Liebe, so viel Herzblut drin, dass sie etwas Besonderes sind. Das Hineinlegen von Gefühlen in eine Arbeit kann entspannen, kann erleichtern, kann eine unbeschreibliche innere Zufriedenheit auslösen.

Und woher kommt die Inspiration für das Aussehen, vielmehr die Seele der Puppe?

Ich hab beim zeitgleichen Nähen der Puppen für die beiden großen Lämmchen die Erfahrung gemacht, dass eine Puppe ihre Seele mitbringt. Die Vorlage war die gleiche, die Arbeitsschritte waren die gleichen und doch sind beide Puppen damals so unterschiedlich geraten wie die Kinder unterschiedlich sind.

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Puppen(MIT)Macherei

Die letzte größere Puppe, die ich genäht habe, ist inzwischen fast 10 Jahre alt. Ich schenkte sie damals meiner Cousine, nachdem diese die Puppen bei meinen Lämmchen so toll fand. Zwar war sie aus dem Puppenalter schon raus, aber so eine Puppe eignet sich ja auch als Deko.

Also nähte ich eine Puppe. Kleidete sie wie ein Mädchen. Verschenkte sie an die Cousine, meine Schwester im Herzen. Als sie kurz danach schwanger war, noch minderjährig, noch ohne Ausbildung, da schwor ich mir, nie mehr eine Babypuppe an einen Teenager zu verschenken.

Ich fasste den Trikotstoff danach nur noch an, um kleine Schmusepüppchen zu machen. Das letzte Projekt in der Art war das Kuscheltuch für die jüngste Tochter meines Chefs.

Und jetzt hole ich all das Puppennähzeug, die alten Vorlagen und neue Ideen aus der Schublade und beteilige mich am zweiten Sew along von der Naturmama. Beim ersten habe ich wegen Zeitmangel nicht mitmachen können.