Still ist es geworden im Garten. Das wilde Durcheinandergeschnatter und Rumgebalze des Laufentennachwuchses fehlt. Es ist fast ein bisschen gespenstisch. Aber letztlich war es so gewollt. Auch wenn es nicht bei allen auf Gegenliebe stößt. Betrachtet man es unemotional und realistisch, so ist dies der Lauf der Dinge. Nachdem ich den Ball ins Rollen gebracht hatte, fühlte ich mich eigenartig. Nicht wirklich ein schlechtes Gewissen, eher Sorge ob die Idee tatsächlich machbar ist für mich und meine Seele. Würde ich es ertragen?

Und ja, ich habe ertragen. Nicht nur das. Ich habe den Stock selbst benutzt, das Messer selbst geführt. Beim ersten folgte ich dem Hinweis an die anwesenden Kinder und drehte mich mit um. Das sorgte für Gelächter. Beim zweiten sah ich zu. Beim dritten war es mein Job – ebenso bei vier und fünf. Den dritten hat der Lehrmeister noch korrigiert, danach saßen die Handgriffe. Es ging leichter von der Hand, als ich gedacht hätte. Ich bin mir an der Stelle gerade selbst unheimlich, passt das doch so gar nicht zu meiner sonst sensiblen Seele. Das Rupfen war langwierig, aber lustig. Das habe ich als Kind schon bei den Hühnern gemacht, allerdings hatte ich nicht in der Erinnerung, dass das so lange dauert. Herausfordernd waren dann die letzten Handgriffe, aber auch da war ich verwundert, wie leicht es mir von der Hand ging.

Der Garten hat nun fünf Erpel weniger. Die Tiefkühltruhe ist um vier reicher. Einen mag der Gatte morgen gleich probieren. Schmeckt er, wird es womöglich im kommenden Jahr wieder Küken geben. Schmeckt er nicht, bin ich um einige Erfahrungen reicher. Und die Hunde haben lecker Essen …

2 Gedanken zu “

  1. Und? Hat sich die „Mühe“ gelohnt? (Ich weiss nicht, ob ich es könnte, aber ansich ist es ja nur natürlich und hat der Menschheit lange das Überleben gesichert die Tiere selbst zu schlachten, ich glaube auch, dass man letztlich mehr Respekt vor den Lebensmitteln hat dann…)

    • Ich hab sehr daran gezweifelt, dass ich das kann. Und ja, es schmeckt. Dass nicht so viel dran ist wie bei einer normalen Ente, war bekannt und klar. Ein bisschen mehr hätte es sein können, vielleicht hätte ich sie länger laufen lassen müssen. Aber die Konstellation mit dem herben Erpelüberschuss war so nicht viel länger tragbar. So haben sie rund 1 kg Gewicht inkl. Knochen. Da die Große nix anrührt, ist es knapp ausreichend für uns.

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