Ein tapferes Schneiderlein …

… werde ich kaum werden. Im Urlaub gab es Fliegen zuhauf, aber wenig Zeit zum Nähen. Wandern war wichtiger. Daheim gibt es – wenn ich sie freischaufel – Zeit zum Nähen. Aber zu wenige Fliegen. Tapfer bin ich dennoch. Denn ich bleibe am Ball, was die Nähmaschine betrifft und meine Projekte.

Die Kissenbezüge haben inzwischen ein Innenleben. Einmal mit Füllung aus gut getrockneten Kastanien. Das fühlt sich toll an, macht einen schönen Raschelton und kann zudem auch als Wärmekissen genutzt werden. Das andere hat eine Füllung mit Buchweizen. Ingesamt ist ein Kilo Buchweizen ins Kissen gewandert. Die Hälfte war mir zu wenig, vermutlich hätten 750 g aber auch ausgereicht auf das 20 x 20 große Kissen.

Das Puppenkind wächst langsamer als gedacht, aber es hat ja auch noch Zeit.

Und die Jüngste stellt mich vor eine große Herausforderung mit dem Wunsch, eine Tasche für die Gürtelschlaufen von Jeanshosen zu besitzen. Eine wie die Schwester. Und nachdem ich im Nähmädelskurs auch noch Ballerinastoff bekam, quäle ich mich mit Jersey, Reißverschlüssen und der Frage, wie man vorgeht. Aber es geht voran. Ich beginne den Sinn und Zweck von Bügelvlies zu verstehen.

Keramik bemalen

Im Herbsturlaub haben wir die Zeller Keramik Manufaktur in Zell besucht. Während das Schäfchen durch den Werksverkauf schlenderte, verfestigte sich in den Lämmchen der Wunsch nach Keramik bemalen, um die Zeit bis zur anvisierten Werksführung zu überbrücken. Und so malten wir vier Weiber dann fleißig, während der Pilot sich auf das Fotografieren beschränkte. Ein Becher für den Schäfchenschreibtisch im Büro, die Lämmchen wollten lieber Teller.

Jetzt kamen unsere Kunstwerke glasiert und gebrannt in einem riesigen Karton, butterweich verpackt, heil bei uns daheim an. Die Jüngste hat ihren vollen Namen auf den Teller geschrieben (das hab ich kaschiert) und ihr derzeitiges Lieblingstier, die Mittlere ihren Nick nebst Lieblingstier und die Große lebte ihren Koreafimmel aus. Alle Teile haben kleine Glasurfehler, die sich – da hatte uns die Malerin aber gewarnt – durch zu viel Farbe ergeben. So bleiben sie Handabwasch, obwohl die Zeller Keramik sonst spülmaschinenfest ist.

Mein Becher steht derweil mit schokoladenüberzogenen Nüssen gefüllt vor meinem Bürobildschirm.

Ein neues Puppenkind…

… ist dabei, geboren zu werden.

Da der Kopf etwas grösser geraten ist als bei meinen bisherigen Puppen, wird das Kindelein 40 cm gross werden. Und wenn es an der Zeit ist, dann werde ich auch wissen, ob es ein Mädchen oder ein Junge ist.

Einziehen wird das Puppenkind beim angehenden Patenkind. Ob schon zu Weihnachten oder erst zum ersten Geburtstag, das weiß ich noch nicht genau.

Monsterecken und Elefant

Von den Nähmädels habe ich Monsterecken / Eckenmonster als Hausaufgabe mitgenommen. Mein Anteil am Projekt „wir nähen für den Zuckerbaum e.V.“.

Mitgenommen habe ich auch das Schnittmuster für einen kleinen Elefanten. Mein Erstlingswerk ist nicht sonderlich super geraten, aber die angehende Patentochter kaut fleissig darauf herum. 🙂

Bezüge

Während an Halloween-Beuteln, Halssocken und Hose gewerkelt wird, widme ich mich einfachen Fingerübungen. Wobei „einfach“ relativ zu betrachten ist, wenn man meinen Hang zum Schrägen betrachtet. Da kann eine gerade Naht schon zur Herausforderung werden.

Bei der gestrigen Nähmädel-Runde entstanden unter meinen Händen zwei Bezüge für (noch zu nähende) Wärmekissen. Da der Stoff noch ungewaschen ist, muss er erst durch die Maschine, bevor ich die Grösse und Füllung des Innenlebens bestimme.

Absehbar werden wir in der Gruppe so etwas wie Akkordnähen veranstalten. Ich freu mich darauf. Dann entstehen unter unseren Händen viele Kleinigkeiten für einen guten Zweck.

Kirchenklänge

Man muss es zugeben, es klingt. Und es klingt gut. Die Tatsache, daran beteiligt gewesen zu sein, macht schon ein bisschen stolz. Andererseits bin ich froh, vom Zoom verschont geblieben zu sein, anonym in der Menge zu bleiben. Ich habe mit einem Lächeln mir bekannte Gesichter im Film in den verschiedenen Chören gesehen, auch den Kollegen aus der Werkstatt. Heute war Uraufführung, ab sofort kann man sie bestellen – die DVD rund um den Kirchenkreis Mittelmark-Brandenburg und rund um Luthers Friedenslied, passend zu 500 Jahre Reformation.

Es ist nicht „mein“ Chor, mit dem ich dort singe. Aber ich durfte Teil davon sein. Der Großteil der Sänger/innen kommt von den Gospel Glades aus Fichtenwalde. Man kann dort wunderbar singen, man ist dort auch als Gast immer mittendrin und nie am Rande. Aber mir ist das für feste Mitgliedschaft einfach zu weit weg.

Rollmäppchen

Man nehme ein Pubertier, ein Paar Orgelschuhe und die Anforderung, dass ein Bleistift nebst Radiergummi und Anspitzer möglichst platzsparend transportiert werden können. Entstanden ist ein Rollmäppchen, welches zusammengelegt gar wunderbar in die Orgelschuhe des Kindes passen.

In Ermangelung von Bügelvlies liegt zwischen den zwei Stoffschichten eine dritte aus schlichtem weissen altem Übergardinenstoff.

Genäht habe ich das kleine Spezialprojekt nicht daheim sondern in der Nähmädels-Gruppe, die sich seit einiger Zeit einmal die Woche im Gemeinderaum trifft. Lustige Runde. Man kann als Anfänger ebenso Fragen stellen wie als Fortgeschrittener. Einer unterstützt den anderen, gibt Rat oder Ideen. Es wird diskutiert, ausgetauscht und getratscht. Mal sehen, ob ich den Termin etablieren kann im Familienleben. Schön wäre es.

Still ist es geworden im Garten. Das wilde Durcheinandergeschnatter und Rumgebalze des Laufentennachwuchses fehlt. Es ist fast ein bisschen gespenstisch. Aber letztlich war es so gewollt. Auch wenn es nicht bei allen auf Gegenliebe stößt. Betrachtet man es unemotional und realistisch, so ist dies der Lauf der Dinge. Nachdem ich den Ball ins Rollen gebracht hatte, fühlte ich mich eigenartig. Nicht wirklich ein schlechtes Gewissen, eher Sorge ob die Idee tatsächlich machbar ist für mich und meine Seele. Würde ich es ertragen?

Und ja, ich habe ertragen. Nicht nur das. Ich habe den Stock selbst benutzt, das Messer selbst geführt. Beim ersten folgte ich dem Hinweis an die anwesenden Kinder und drehte mich mit um. Das sorgte für Gelächter. Beim zweiten sah ich zu. Beim dritten war es mein Job – ebenso bei vier und fünf. Den dritten hat der Lehrmeister noch korrigiert, danach saßen die Handgriffe. Es ging leichter von der Hand, als ich gedacht hätte. Ich bin mir an der Stelle gerade selbst unheimlich, passt das doch so gar nicht zu meiner sonst sensiblen Seele. Das Rupfen war langwierig, aber lustig. Das habe ich als Kind schon bei den Hühnern gemacht, allerdings hatte ich nicht in der Erinnerung, dass das so lange dauert. Herausfordernd waren dann die letzten Handgriffe, aber auch da war ich verwundert, wie leicht es mir von der Hand ging.

Der Garten hat nun fünf Erpel weniger. Die Tiefkühltruhe ist um vier reicher. Einen mag der Gatte morgen gleich probieren. Schmeckt er, wird es womöglich im kommenden Jahr wieder Küken geben. Schmeckt er nicht, bin ich um einige Erfahrungen reicher. Und die Hunde haben lecker Essen …

gerahmt

Bilder für die Küche, die zu unserem Humor passen. Aus der Serie Small Worlds von Oliver Hilterhaus, dessen Atelier wir in einem unserer Urlaube besucht haben.

Bilder für den Hausflur. Kalenderblätter, die ich aus dem alten Kalender der Freundin entführen durfte.

Bilderrahmen aus Naturholz mit weißer Farbe und viel Wasser optisch angepasst an die anderen, die bereits an der Wand hängen und meine Patenkinder zeigen. Das jüngste hat nun auch seinen Platz gefunden, getauft wird in der Adventszeit.