Ausgegeigt

Das Telefon klingelt. Die Geigenlehrerin. „Wir sitzen hier unterm Baum im Schatten und das Kind sagt, Sie müssen bis nach vier arbeiten. Ich müsste aber halb fünf daheim sein.“ Ich beruhige. Erkläre, dass ich für den Tag früheren Feierabend geplant habe und nur noch den betriebsinternen Termin grad wahrnehme. „Wir gehen dann mal Eis essen. Treffen wir uns im Klostercafe?“ Ich sage zu, beende das Gespräch mit dem – zu spät gekommenen – Kundenbetreuer unseres Lieferanten in meinem Büro. Bestelle telefonisch einen Blumentopf beim Händler meines Vertrauens.

Und dann sitze ich auch schon im Auto, hole den wirklich schönen Topf ab und treffe Kind nebst Lehrerin in besagtem Cafe. Das Kind löffelt und schlürft glücklich Schokoeis. Die Lehrerin ist sichtlich gerührt, als ich den Topf überreiche. Und freut sich dann sehr über das Lesezeichen, das sich in eine Schachtel Schoki geschlichen hat.

Wir plaudern noch, beschließen in losem Kontakt zu bleiben und verabschieden uns. Auf dem Heimweg stellen wir fest, dass das Kind seine Mäuse im Geigenkoffer vergessen hat. Die dürfen nun bei der Lehrerin wohnen und von ihr an kommende kleine Geiger/innen abgegeben werden.

Abschied

Anderthalb Wochen gefüllt mit Terminen, mit Kinderlachen, mit müden Gesichtern bei den Teenagern, mit strahlenden Augen und jeder Menge Spaß sind zu Ende.

Heute morgen hieß es Abschied nehmen. Abschied von den zwei chinesischen Gastschülern, denen wir Unterschlupf gewährt haben. Die wir aufnehmen durften, weil noch Platz benötigt wurde. Am Rücktausch im Herbst nehmen wir ja nicht teil. Die Große will lieber für ein Auslandsjahr sparen. Die Mittlere durfte sich ausnahmsweise am Austausch beteiligen, obwohl sie erst 7. Klasse ist. Verweigert aber fliegen per se. Und so bleiben uns Erinnerungen, die liebvoll ausgesuchten Gastgebergeschenke, die Fotos und die Wärme im Herzen.

Total herzlich war auch die Abschiedskarte, die wir beim Frühstück überreicht bekamen. Bewegt, aber gefasst und ohne viel Tränen verabschiedeten wir uns. Der Liebste begleitete unsere beiden noch ein Stück des Weges, sie nahmen den selben Zug.

gestickt und zugenäht

Die Jüngste hängt nach 4 Jahren und trotz erheblichem Talent aus eigenem Entschluss und nach viel Nachdenken und Abwägen die Geige an den Nagel. Das Abschlusskonzert wollte sie partout nicht mehr mitspielen. Schade eigentlich.

Einmal hat sie nun noch Unterricht, zum Verabschieden und Geige abgeben. Und natürlich gibt es ein Abschiedsgeschenk für die tolle Lehrerin. Ein Lesezeichen mit gestickter Geige. Entstanden im Chaos des Chinaaustausches mit zwei chinesischen Gastkindern im Haus.

Spielhaus

Ein grosser Schub Elan beim Kind, ein Stapel Palettenbretter, Hilfe vom elterlichen Patensohn. Und eine Mama, die das Regal, das frueher einmal der Fuss eines Meerschweinchenstalles war, noch mal aufmöbelte. Und schon kann das seit einem Jahr wartende Spielhaus fertiggebaut und bezogen werden. Nur das Klappfenster fehlt noch.

Heute auf der BRALA

Dietmar Woitke und Jörg Vogelsänger gesehen. Politische Bildung für die Kinder. Rinder, Geflügel, Kaninchen und Bienen bewundert. Milchkühe bedauert. Wissen über Schafswolle kämmen und Schafarten erworben und uns im Bezug auf Schafhaltung weitergebildet. Passenden Weidezaun haben wir nebenbei ebenfalls besichtigt. Traktoren diverser Art gab es auch.

Die Tisch-Stuhl-Kombination ließen wir da. Sie hatte die falsche Farbe. 😉 Über den Preis kann man auch streiten, aber ich denke er war fair. Das Schaf musste auch dort bleiben. Aber die Enten haben jetzt eine Tränke. Die gab es in der Geflügelecke zu kaufen.

Und wo krieg ich jetzt einen alten Traktor her und zwei Sitze? Die dann natürlich grün-gelb werden müssen.

Aufbewahrungskoffer

Beim Entrümpeln von Schwiegerpapas Keller kam so manches alte Stück zu Tage. Unter anderem Koffer aus Leisten und Sperrholz. Den kleineren schnappte sich die Große. Den großen Koffer von Onkel E. – inkl. Anschrift oben und an der Seite – wollte die Mittlere gern abstauben. Aber es fehlte die Antwort auf die Frage „Was willst du damit?“ Letztlich brachte ich es doch nicht übers Herz ihn in den Sperrmüll zu tun.

Der Gatte schliff die Spitzen der Schrauben ab, die nach dem Aufbrechen des Schlosses in der Vergangenheit eine Verletzungsgefahr darstellten. Ich säuberte den Koffer, verpasste ihm an der zukünftigen Unterseite Filzgleiter, baute eine Art Kistenscharnier an, was den Deckel am Runterklappen nach hinten hindert. Zuletzt gab es auf Wunsch der Mittleren einen Stoffbezug innen, den wir am Rand festgetackert haben. Und fertig ist … die neue Kuscheltierbox.

Gute Reise

Jetzt knabbert er sein Grünzeug auf der anderen Seite der Regenbogenbrücke. Anderthalb Jahre hat er im Zimmer der Mittleren gelebt. Tränenreich war der Abschied gestern. In Grabnähe wird es absehbar Ringelblumen geben.

Und die für Krümel geplante Erweiterung des Käfigs will das Kind mit uns trotzdem bauen und dann einen neuen Hamster holen. Heute steht aber erstmal die Leerung von Käfig und Auslauf an und das Wegpacken selbiger. Da werden wir wohl alle einen Kloß im Hals haben.