Taufschmuck

Morgen wird eine kleine niedliche Maus in unserer Kirche getauft. Heute habe ich dafür den notwendigen Hausputz und den Blumenschmuck vorbereitet. Das bereits vorhandene Altargesteck gab den Rahmen für den Kranz auf dem Taufstein vor. Die Oma des Kindes bat um farbliche Abstimmung. Meine Jüngste half beim Kranz fleissig mit. 

Leben ist das, was passiert …

… während du damit beschäftigt bist, andere Pläne zu machen. 🙂

Die vergessene Fahrkarte der Jüngsten war verschmerzbar. Die später von mir entdeckte gepackte Brotdose auf dem Tisch brachte mich dann doch ins Grübeln. Liebe Mama? Sture Mama? Liebe Mama plant den Vormittag schnell um, zieht das Kies holen von morgen auf heute vor (dann lohnt der Weg) und macht eine lustige Runde mit dem Auto. Letzter Zwischenhalt Kirche, Putzen für die morgige Beerdigungsgesellschaft. Ich bin fast fertig, da höre ich Stimmen vor der Tür. Auf meine Stirn schleichen sich Fragezeichen. Als ich die Türklinke runterdrücke, ist die Tür verschlossen. Das Getuschel vor der Tür nimmt zu und eine vertraute Stimme sagt „vielleicht war das der heilige Geist“. Ich muss grinsen. Dann dreht sich von außen der Schlüssel.

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Ein Kleid fürs Konfirmantenkind

Es erschien wie die unendliche Geschichte. Doch nun neigt sie sich doch dem Ende. Alles fing an mit dem Wunsch des großen Lämmchens, ein Kleid nähen zu können. So mancher erinnert sich dunkel …

Nach vielen Knüppeln zwischen den Beinen bedingt durch den Alltag und zu wenig Nerven für Nähprojekte, die über meine bisherigen geraden Nähte hinausgehen, blieb das Kleid liegen. Aber ach … das Kind plante, es zur Konfirmation tragen zu wollen. Es half nichts, die letzten Tage mit schlechtem Wetter verbrachte ich nun endlich an der Nähmaschine.

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Taufkerze

Die Herausforderung des Monats. Der Kampf mit und gegen meinen Perfektionismus, der meint sich hier voll und ganz austoben zu wollen. Himmel hilf!

Das Hauptmotiv ist fertig. Das Nebenmotiv fehlt noch. Der Name auch. Datum schenke ich mir, da die Kerze sowohl zur Taufe und als zur Kommunion vier Wochen später genutzt werden soll. Das kann ich zur Not bei Wunsch des Kindes (oder der Kindesmama) nachholen.

Ich mag mich auch nicht auf der ganzen Kerze austoben. Ziel ist es, dass das Patentöchterchen sie von beiden Seiten gut festhalten kann, ohne Angst ums Motiv haben zu müssen.

Da die Kindesmama mitliest und ich nicht weiß, ob auch sie sich überraschen lassen will, habe ich das Foto mal versteckt. Wer es sehen mag, einfach auf „Continue reading“ klicken.

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Nadel und Skalpell bitte!

„Frau Doktor Schäfchen, willkommen im März. Auf dem Terminplan steht auf der Prioritätenliste ganz oben die Operation Taufkerze fürs Patentöchterchen, gefolgt von Stricktuch und Frühlingstischdecke gestickt. Desweiteren stehen auf dem OP-Plan noch Holzwerkstatt, Kaninchengehege, Sommerküche und Kräuterspirale. Diese sind jedoch weitestgehend ohne Terminbindung.“

„Schwester, Nadel und Skalpell bitte!“

Und so findet sich im Rucksack von Frau Doktor Schäfchen die Stricknadel mit der Restwolle aus dem Tuch der Jüngsten. Es ist der Versuch, das Wissen aus der Strickaktion des „easy“-Tuches umzusetzen und aus dem Rest ein kleines Dreieckstuch zu stricken. Ob das am Ende fürs Kindlein reicht oder nur für Monchi oder Babypuppe, das wird man dann sehen, wenn sich die Wolle dem Ende neigt.

Daheim wartet das Skalpell. Oder irgendwas in der Art, was annähernd so scharf ist. Das darf sich mit den Wachsplatten amüsieren, aus denen Formen für die Taufkerze geschnitten werden. Es ist nicht die erste Taufkerze, aber die erste im Alleingang ohne zweiten Paten an der Seite. Und eine, an die Frau Doktor – warum auch immer – hohe Ansprüche stellt.

Und bevor sich die ersten Schnittwunden ansammeln und die Pflaster an den Fingern das Tippeln erschweren, schaut Frau Doktor noch beim Creadienstag vorbei.

Gotteshaus

Während die Jüngste ihre Häuschen baute und gestaltete, stand auf der Treppe vor der Haustür ein Feldstein. Er war mir kurz nach unserem Umzug hierher bei einem Spaziergang mit dem Hund aufgefallen und ich kam nicht umhin, ihn aufzulesen und mit heim zu nehmen.

Stiefmütterlich auf der Treppe abgestellt, wartete er geduldig darauf, das ich mir endlich die Zeit nehme, das zu tun, was mir in den Sinn kam, als ich ihn das erste Mal sah. Immer kam irgendetwas dazwischen oder ich vergaß ihn, wenn wir mal mit Acrylfarbe malten.

In meinem Urlaub war es nun soweit. Mit Pinsel und Farbe bewaffnet, schritt ich zur Tat. Und jetzt steht er unter der Rose im Vorgarten. Ich mag ihn, die Kinder finden ihn auch toll und wenn die Häuschen der Jüngsten auch in diesen Teil des Gartens wandern dürfen, dann haben wir das Wichtigste für ein Dorf schon da.