Adventszeit

Jedes Jahr nehme ich mir vor, dass wir die Adventszeit so frei wie möglich von Terminen halten. Jedes Jahr hoffe ich auf Besinnlichkeit, Kaminfeuer, Kerzenlicht und Weihnachtsgeschichten auf der Couch. Und jedes Jahr schüttet mir jemand Termine in den Kalender, die ich nur schwer bis gar nicht ablehnen kann oder mag. Dieses Jahr sind es zumindest Termine für uns, für Spass und Familien-/Freundeszeit. Und so bestehen unsere kommenden Wochenenden aus Weihnachtsmarkt, Taufe, Weihnachtsbaumfeier bei einem Lieferanten (mit Nordmanntanne als Geschenk für daheim), Kindergeburtstag, Baum schmücken daheim und in der Kirche, Musik machen im Gottesdienst und Gemeindeweihnachtsfeier.

Und der noch immer nicht verschwundenen Erkältung zum Trotz habe ich den Laptop mit Weihnachtsmusik in die Küche gestellt und die Plätzchenbackstube eröffnet. Mit Fischen für die Taufe morgen und Butterkeksen für uns.

Schäfchenwolle fürs Schäfchen

Längst sollte das Puppenkind fertig geboren sein, doch ereilte mich die Erkenntnis, dass mein Material ganz sicher nicht reichen wird. Das Puppentrikot ist recht neu, das hatte ich für die Puppe der Jüngsten erworben. Aber der Rest ist aus Zeiten, wo ich das Nähen von Puppen erlernt habe. Damals nähte ich die beiden Puppen für meine jetzt großen Mädchen. Viele sind in der Zwischenzeit nicht dazu gekommen, daher war noch immer Füllmaterial und Kleinkram da. Doch der noch vorhandene Kammzug füllt weder Beine noch Arme noch Körper des neuen Puppenkindes mehr aus.

Gestern brachte der Paketdienst Nachschub aus der Wollfabrik. Hauptsächlich wunderbare Schäfchenwolle als Kammzug. Vom Merinoschaf. Ein ganzes Kilo, denn mindestens ein weiteres Püppchen ist in Planung.

Für mich als kleinen Seelenstreichler obendrauf gab es noch Knöpfe. Schäfchenknöpfe.

Das kommt mir chinesisch vor …

Drei chinesische Gastkinder in zwei Jahren hinterlassen Spuren. Und viele kleine Gastgebergeschenke, von denen nur ein Bruchteil zum Verzehr geeignet ist. Der Rest ist Deko. Tüddelkram. Staubfänger. – Je nachdem, wie man das betrachtet halt. Aber irgendwie auch nett, zum Wegwerfen zu schade. Was tun? Eine ganze Weile lagen sie nun in der Schublade, während die Idee in meinem Kopf reifte. Jetzt haben sie ihren Platz gefunden, die bunten Aufhängerchen.

Der Ast stammt von unserer Krüppelweide, die wir vor etlichen Wochen radikal eingekürzt haben. Es ist einer von dreien, die ich für „spätere Zwecke“ geschält und getrocknet habe. Jetzt hängt er am Fenster und schenkt einen Hauch China.

Ein tapferes Schneiderlein …

… werde ich kaum werden. Im Urlaub gab es Fliegen zuhauf, aber wenig Zeit zum Nähen. Wandern war wichtiger. Daheim gibt es – wenn ich sie freischaufel – Zeit zum Nähen. Aber zu wenige Fliegen. Tapfer bin ich dennoch. Denn ich bleibe am Ball, was die Nähmaschine betrifft und meine Projekte.

Die Kissenbezüge haben inzwischen ein Innenleben. Einmal mit Füllung aus gut getrockneten Kastanien. Das fühlt sich toll an, macht einen schönen Raschelton und kann zudem auch als Wärmekissen genutzt werden. Das andere hat eine Füllung mit Buchweizen. Ingesamt ist ein Kilo Buchweizen ins Kissen gewandert. Die Hälfte war mir zu wenig, vermutlich hätten 750 g aber auch ausgereicht auf das 20 x 20 große Kissen.

Das Puppenkind wächst langsamer als gedacht, aber es hat ja auch noch Zeit.

Und die Jüngste stellt mich vor eine große Herausforderung mit dem Wunsch, eine Tasche für die Gürtelschlaufen von Jeanshosen zu besitzen. Eine wie die Schwester. Und nachdem ich im Nähmädelskurs auch noch Ballerinastoff bekam, quäle ich mich mit Jersey, Reißverschlüssen und der Frage, wie man vorgeht. Aber es geht voran. Ich beginne den Sinn und Zweck von Bügelvlies zu verstehen.

Keramik bemalen

Im Herbsturlaub haben wir die Zeller Keramik Manufaktur in Zell besucht. Während das Schäfchen durch den Werksverkauf schlenderte, verfestigte sich in den Lämmchen der Wunsch nach Keramik bemalen, um die Zeit bis zur anvisierten Werksführung zu überbrücken. Und so malten wir vier Weiber dann fleißig, während der Pilot sich auf das Fotografieren beschränkte. Ein Becher für den Schäfchenschreibtisch im Büro, die Lämmchen wollten lieber Teller.

Jetzt kamen unsere Kunstwerke glasiert und gebrannt in einem riesigen Karton, butterweich verpackt, heil bei uns daheim an. Die Jüngste hat ihren vollen Namen auf den Teller geschrieben (das hab ich kaschiert) und ihr derzeitiges Lieblingstier, die Mittlere ihren Nick nebst Lieblingstier und die Große lebte ihren Koreafimmel aus. Alle Teile haben kleine Glasurfehler, die sich – da hatte uns die Malerin aber gewarnt – durch zu viel Farbe ergeben. So bleiben sie Handabwasch, obwohl die Zeller Keramik sonst spülmaschinenfest ist.

Mein Becher steht derweil mit schokoladenüberzogenen Nüssen gefüllt vor meinem Bürobildschirm.

Ein neues Puppenkind…

… ist dabei, geboren zu werden.

Da der Kopf etwas grösser geraten ist als bei meinen bisherigen Puppen, wird das Kindelein 40 cm gross werden. Und wenn es an der Zeit ist, dann werde ich auch wissen, ob es ein Mädchen oder ein Junge ist.

Einziehen wird das Puppenkind beim angehenden Patenkind. Ob schon zu Weihnachten oder erst zum ersten Geburtstag, das weiß ich noch nicht genau.

Monsterecken und Elefant

Von den Nähmädels habe ich Monsterecken / Eckenmonster als Hausaufgabe mitgenommen. Mein Anteil am Projekt „wir nähen für den Zuckerbaum e.V.“.

Mitgenommen habe ich auch das Schnittmuster für einen kleinen Elefanten. Mein Erstlingswerk ist nicht sonderlich super geraten, aber die angehende Patentochter kaut fleissig darauf herum. 🙂

Bezüge

Während an Halloween-Beuteln, Halssocken und Hose gewerkelt wird, widme ich mich einfachen Fingerübungen. Wobei „einfach“ relativ zu betrachten ist, wenn man meinen Hang zum Schrägen betrachtet. Da kann eine gerade Naht schon zur Herausforderung werden.

Bei der gestrigen Nähmädel-Runde entstanden unter meinen Händen zwei Bezüge für (noch zu nähende) Wärmekissen. Da der Stoff noch ungewaschen ist, muss er erst durch die Maschine, bevor ich die Grösse und Füllung des Innenlebens bestimme.

Absehbar werden wir in der Gruppe so etwas wie Akkordnähen veranstalten. Ich freu mich darauf. Dann entstehen unter unseren Händen viele Kleinigkeiten für einen guten Zweck.

Kirchenklänge

Man muss es zugeben, es klingt. Und es klingt gut. Die Tatsache, daran beteiligt gewesen zu sein, macht schon ein bisschen stolz. Andererseits bin ich froh, vom Zoom verschont geblieben zu sein, anonym in der Menge zu bleiben. Ich habe mit einem Lächeln mir bekannte Gesichter im Film in den verschiedenen Chören gesehen, auch den Kollegen aus der Werkstatt. Heute war Uraufführung, ab sofort kann man sie bestellen – die DVD rund um den Kirchenkreis Mittelmark-Brandenburg und rund um Luthers Friedenslied, passend zu 500 Jahre Reformation.

Es ist nicht „mein“ Chor, mit dem ich dort singe. Aber ich durfte Teil davon sein. Der Großteil der Sänger/innen kommt von den Gospel Glades aus Fichtenwalde. Man kann dort wunderbar singen, man ist dort auch als Gast immer mittendrin und nie am Rande. Aber mir ist das für feste Mitgliedschaft einfach zu weit weg.